Ein Reisetipp von Angel

Wer kennt sie nicht bzw. hat noch nicht von ihr gehört - 
DIE BURGENSTRASSE

Die 1954 gegründete Burgenstrasse verläuft auf einer Strecke von fast 1000 km von Mannheim bis Prag.
Da ich weder die Zeit noch die Lust habe, einen Roman zu schreiben, was ich müsste, wollte ich über mehr als 70 Burgen und Schlösser erzählen, habe ich ein paar wenige davon ausgewählt.
Wie nicht anders zu erwarten beschränke ich mich dabei auf Orte die ich kenne und im näheren Umkreis meiner alten Heimat zu finden sind.

BaWü - Kraichgau / Odenwald
Feste Dilsberg

Ehemals eine Bergfeste von großer strategischer Bedeutung ist Dilsberg heute nur noch eine Ruine.
Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Besuch, sind doch das Kommandantenhaus, die Mantelmauer, der Treppenturm des früheren Palastgebäudes und ein tiefer Brunnenschacht im Burghof erhalten geblieben.
Treppenturm und Wehrgang können aus der Nähe besichtigt, sprich "bekrabbelt" werden.
Auch den hübschen Burggarten sollte man sich nicht entgehen lassen.
Das zum Garten gehörige Bienengärtchen erinnert an eine Sage, nach der die Bewohner feindliche Angreifer mit Bienenkörben vertrieben haben sollen.
Das Schönste, wie ich finde, ist jedoch der Ausblick, den man von der Burg aus genießen kann.
Dank ihrer erhöhten Lage über dem gleichnamigen Ortsteil von Neckargemünd (Nähe Heidelberg) - Dilsberg hat man einen wunderbaren Rundblick über das Neckar- und das Elsenztal.
Ebenso zu sehen, der Ort Neckarsteinach und seine vier Burgen.

Neckarsteinach - Burg Schadeck, Vorderburg, Mittelburg, Hinterburg
Die älteste der vier Neckarsteinacher Burgen, die Hinterburg ist die Stammburg der Edelfreien von Steinach.
Von ihr aus waren das Steinachtal und das Neckartal leicht zu übersehen.
Ehemals eine verhältnismäßig kleine Burg war die, inzwischen zur Ruine verfallene, Hinterburg an Wehrhaftigkeit nicht zu unterschätzen.
Vom 20 Meter hohen Bergfried, dessen Eingang nur mit einer Leiter zu erreichen war, die eingezogen werden konnte, waren Angriffe früh zu erkennen.
Des weiteren bot er den Insassen bei Angriffen einen letzten Zufluchtsort.
Die größte der Neckarsteinacher Burgen ist die zwischen Vorder- und Hinterburg gelegene (wer hätt`s gedacht?) Mittelburg, die 1165 erbaut wurde.
Sehenswert sind hier allemal die Burgkapelle, sowie die Grabkapelle in den Gärten.
Auch hier hat man von der, zur Neckarseite hin liegenden, großen Terrasse einen schönen Ausblick.
Zu besichtigen ist die noch immer bewohnte Mittelburg leider nur von außen.
Die Vorderburg, die dritte der Burgen wurde um 1190 etwas kleiner, aber dennoch im Stil der beiden anderen "Folgeburgen" erbaut.
Auch sie kann, da heute noch genutzt, nur von außen beguckt werden.
Das "Schwalbennest", wie die Burg Schadeck liebevoll genannt wird, ist die kleinste der vier Neckarsteinacher Burgen.
Wie ein Vogelnest klebt sie am Fels des zum Neckar hin abfallenden Berges.
Bedingt durch ihre Lage galt Burg Schadeck lange Zeit als uneinnehmbar.
Um Angriffe, die überhaupt nur von der Bergseite her möglich waren, abzuwehren besitzt die Burg eine hohe Schildmauer, die zusätzlich noch von einem Graben umgeben ist.
Auch von der Schildmauer des Schwalbennestes, die bestiegen werden kann, hat man eine klasse Aussicht.
Meines Wissens nach kann die Burg täglich und ohne Eintritt besichtigt werden.
Ist aber schon ne Weile her, seit ich das letzte Mal da war.

Hirschhorn - Burg Hirschhorn
Heute als Schlosshotel nur noch von Angestellten und Reisenden bewohnt, war die Burg Hirschhorn 400 Jahre lang der Sitz des Rittergeschlechts von und zu Hirschhorn.
Die vorwiegend aus Neckarsandstein erbaute Burg erhebt sich über der gleichnamigen Stadt und dem Neckartal.
Die erstaunlich gut erhaltenen Anlagen und Gebäude vermitteln ein beeindruckendes Bild einer großen Ritterburg. 

Eberbach - Vorderburg, Hinterburg, Mittelburg
Die Burg Eberbach, heute auch nur noch eine Ruine, besteht aus drei einzelnen Anlagen,
der Vorder-, Hinter- und Mittelburg.
Von hier aus konnte in früherer Zeit ein beachtlicher Teil der Neckarschifffahrt kontrolliert werden.
Das schönste an der Burg Eberbach sind für mich jedoch die vielen Bewohner.
Der treue Diener des letzten Burgherren, den man besser nicht verspotten sollte, will man sich keine 
unsichtbare Ohrfeige einhandeln.
Der feurige Hund, der gemeinsam mit dem Weidenbuschgeist den verborgenen Schatz bewacht, der auch vom mutigsten Schatzjäger nie gehoben werden wird.
Um die Burg, heute Schloss Eberbach, ranken sich viele hübsche Sagen.
Wer genau aufpasst, kann die Geister fühlen...

Weiter geht es ins sogenannte Unterland BaWü`s nach:
Neckarmühlbach - Burg Guttenberg

Im 12. Jahrhundert erbaut, wurde die mächtige Burg Guttenberg, gelegen zwischen Mühlbachtal und Neckartal, bis heute nie zerstört. Unzählige Versuche die Burg einzunehmen waren zum scheitern verurteilt. 
Die bis heute noch ununterbrochen bewohnte Burg, seit 500 Jahren von der Familie Gemmingen - Guttenberg, kann nur von außen besichtigt werden. 
Erwähnenswert sind dennoch das Burgmuseum und als wirkliche Attraktion, die Greifenwarte,
zugleich die größte Seeadlerzuchtstation Europas.
Die Hauptaufgabe der Greifenwarte ist die Aufzucht verschiedener Arten für internationale Artenschutzprojekte.
Die Vorführungen bei denen man erleben kann, wie die Jungvögel auf die "Auswilderung" vorbereitet werden sind wirklich beeindruckend.
Die Vorführungen sind jedoch nicht das einzige, was es zu sehen gibt.
Über hundert Greifvögel und Eulen gibt es zu betrachten, ebenso existiert eine Ausstellung über die Bedeutung des Adlers in der Kulturgeschichte der Menschheit.
Na ja, ich hoffe, das es die noch gibt, bin mir aber fast sicher, dass es sich dabei um eine Dauerausstellung handelt.
Ganz besonders erwähnenswert finde ich die Arbeit der Ornithologen "am Menschen".
Es wird sich nicht damit begnügt, die Vögel zu zeigen, es wird auch auf die Umstände aufmerksam gemacht, die den großen Vögeln das (Über-)leben richtig schwer machen.
Durch Erläuterungen über die Zerstörung der Lebensräume und die daraus resultierenden Folgen, wie auch die direkte Jagd durch den Menschen wird, auch bildlich, sehr deutlich gemacht wie wichtig die Arbeit der Greifenwarte ist.

Gundelsheim - Schloss Horneck
Wirklich beeindruckend finde ich an Horneck (mal wieder) die Aussicht.
Gebaut auf einem Felsvorsprung hat man von Horneck eine wunderbare Sicht auf Burg Guttenberg, Burg Hornberg und Burg Ehrenberg.
Sehenswert ist das Siebenbürgische Museum im Schloss Horneck.
Es gewährt einen Einblick in das Leben deutschstämmiger Siedler und eine Kulturlandschaft, der allein die Lektüre Draculas einfach nicht gerecht wird.

Ein paar Worte in eigener Sache:
Wie ich zu Anfang bereits angemerkt habe, hatte ich nicht vor über die komplette Burgenstrasse zu schreiben.
Da es über die genannten Burgen und Schlösser vieles zu sagen gibt, das aber schon andere vor mir getan haben (siehe diverse Reiseführer und Internetseiten zur Burgenstrasse) habe ich mich auf das für mich wesentliche beschränkt.
Dabei herausgekommen sind fast ausschließlich meine persönlichen Eindrücke.
Einige der genannten Orte habe ich schon eine Weile nicht mehr besucht, von daher möge man mir verzeihen, sollte sich der Zustand in den letzten Jahren ein wenig verändert haben.


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