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Ein Reisetipp von Angel
Heidelberg?!
Wie bringt man dem geneigten Leser diese Stadt näher?
Objektivität darf man diesem Fall kaum von mir erwarten.
Selbst nach Jahren in Karlsruhe konnte und wollte ich mich nicht von meinem Heidelberger Autokennzeichen trennen.
Für mich ein offensichtliches Bekenntnis der Bindung zu der Stadt und den Menschen, zu denen ich gehöre.
Okay, hat außer mir vermutlich keiner so gesehen. :-)
Was aber macht nun Heidelberg aus?
Heidelberg gilt, völlig zurecht wie ich finde, als eine der schönsten Städte Deutschlands.
Bedingt wird das zum einen durch die wirklich wunderschöne Lage.
Die Kombination aus Schloss, dem Neckar und der urigen Altstadt ist an Charme kaum zu überbieten.
Eingebettet zwischen Hügeln, die wir Kurpfälzer selbstbewusst wie wir nun mal sind, Berge nennen, hat Heidelberg neben landschaftlicher Schönheit allerdings auch einiges an Geschichte und Kultur zu bieten.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Heidelberg 1196,
1386 wurde durch Kurfürst Ruprecht I. die Universität gegründet.
Die Ruprecht-Karls-Universität ist die älteste Universität Deutschlands. Sie war nach Prag und Wien die dritte Gründung auf dem Boden des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Bei einer Altstadterkundung Heidelbergs vermag sich der interessierte Besucher vor Sehenswürdigkeiten kaum retten.
Diese alle aufzuzählen und zu beschreiben würde den Rahmen hier völligst sprengen.
Deshalb nur eine kleine Auswahl an Schönheiten.
Der Philosophenweg:
Aus dem einstigen Linsenbühlerweg, im 17. und 18. Jahrhundert ein einfacher Weinbergpfad, wird in der Spätromantik der Philosophenweg. Diese Namensgebung geht darauf zurück, dass Heidelbergs Universitätsprofessoren und Philosophen in dem Weg einen Ort finden, an dem sie intensive Gespräche und Reflexionen mit dem anmutigen Blick auf den Neckar und die Altstadt verbinden können.
Schon klar, das glaubt mir wieder keiner, aber ein Spaziergang dort ist wirklich gleichermaßen entspannend wie beeindruckend.
Auch sehr schön und sehenswert, das Brückentor:
Die Alte Brücke und ihre hölzernen Vorgängerinnen bildeten den vom Brückentor geschützten nördlichen Hauptzugang zur Stadt. Das mittelalterliche Brückentor hatte als Teil der Stadtbefestigung alle Hochwasser und Eisgänge überstanden und diente nach dem Bau der Steinbrücke als Wächterhaus und Gefängnis (Schuldturm).
Sehenswert ist vieles:
Die Heuscheuer, die Heiliggeistkirche, der Marktplatz, das Palais Boisserée, das Rathaus und noch einiges mehr.
Ganz vorenthalten kann und möchte ich jedoch eines nicht:
Der Heiligenberg
Der Berg, der gegenüber des Königstuhles auf der nördlichen Neckarseite liegt, trägt seit alters her den Namen " Heiligenberg". Ein heiliger Berg auf dem in vorchristlicher Zeit die Menschen ihre Götter anbeteten und auf dem Mönche später zwei Klöster erbauten.
852 kam die damals Abrahamsberg genannte Höhe durch eine Schenkung König Ludwigs in den Besitz des Klosters Lorsch. Auf dem nördlichen Gipfel entstand nun ein Kloster und eine dem heiligen Michael geweihte Kirche, die bis 1530 bestanden. Auf dem südlichen Gipfel errichtete Abt Anselm ein zweites Kloster mit Kirche zu Ehren des heiligen Stephan. Von diesen Bauten sind nur noch wenige Reste erhalten.
1304 erscheint in einer Urkunde erstmals die Bezeichnung "Allerheiligenberg". Daraus entwickelte sich allmählich der "Heilige Berg".
Die von den Kelten angelegten Ringwälle entstanden 450 -250 v.Chr., dienten aber den Menschen aus der Ebene noch als Schutz und Verteidigungsanlage bis etwa in die Zeit bis 100 v. Chr.
Etwa um 100 v. Chr. Wurde der Berg von den Kelten verlassen.
Aus der gewaltigen doppelten Ringanlage jedoch, errichteten die Römer ein Heiligtum des Mercurius Cimbrianus
Die Thingstätte
Das einzige Bauwerk auf dem Heiligenberg, das keine historische Bedeutung hat, ist die Thing- oder Feierstätte.
Im März 1934 in Auftrag gegeben, konnte die Thingstätte nach einem Jahr schon eingeweiht werden.
56 Sitzreihen von 3500 Meter Gesamtlänge und 114 Treppenstufen mit 4600 Meter Länge bieten 8000 Zuschauern zwar keinen bequemen Sitzplatz, doch einen ungestörten Blick zur Bühne.
Die Spielfläche beträgt 394 Quadratmeter Grundfläche. Bei der Einweihungsfeier sollen 20 000 Menschen anwesend gewesen sein.
Die Feierstätte galt zu ihrer Zeit als der größte Theaterbau Europas.
Heute beeindruckt die Thingstätte durch die unglaubliche schöne Umgebung und, man höre und staune, die Akustik.
Wer zum Beipiel Carmina Burana dort erleben durfte, weiß wovon ich rede.
Ganz besonders schön und erwähnenswert auch das alljährliche Treffen zur Walpurgisnacht.
Nun aber zurück zur Stadt.
Ich sprach von der landschaftlichen Schönheit, der Geschichte und der Universität.
All das sind natürlich Grundpfeiler und Vorraussetzung für das "echte* Leben in Heidelberg.
Diverse Kinos, unzählige Kneipen, Galerien, Theater, Bars, Discotheken bieten für jeden Geschmack das Richtige.
Nur selten trifft man so viele Menschen verschiedenster Kulturen friedlich und fröhlich vereint.
Für mich persönlich sehr bemerkenswert:
In keiner anderen deutschen Stadt ist mir sowenig Rassismus begegnet, wie in Heidelberg.
Vielleicht macht auch die Einstellung, Leben und Leben lassen und vom Gegenüber lernen, einen großen Anteil der Gemütlichkeit aus.
Ein wenig Werbung für die Gestaltung netter Abende in meiner Lieblingsstadt darf natürlich nicht fehlen.
Ganz besonders mag ich das "Kulturhaus Karlstorbahnhof".
1995 gegründet ist es eines der jüngsten soziokulturellen Zentren Deutschlands.
Unter dem Dach des Kulturhauses agieren die Vereine kulturcafé, Theaterverein, Eine-Welt-Zentrum und Medienforum.
Entsprechend breit ist das Angebot in den verschiedenen Räumen des ehemaligen Bahnhofgebäudes. Im großen Saal finden zumeist Konzerte, DJ-Events und Kleinkunstveranstaltungen statt. Der Theatersaal bietet Raum für Sprech- und Tanztheater, Vorträge und kleinere Konzerte. Der Gumbelraum bietet optimale Möglichkeiten für Vortäge, Kurse und und interessante Diskussionsforen. Und im Kino erwartet die Besucher ein Programm, das - abseits des Mainstreams - einen wichtigen Gegenpol zum Multiplex-Hollywood-Kino anbietet.
Wer von Kultur und Geschichte genug hat, kann auf ein, zwei oder mehr kühle Bierchen im Biermuseum einkehren,
es sich im Cafe Journal oder im Hard Rock Cafe gut gehen lassen.
Den weltallerbesten Tee kauft man sich, natürlich zu Ladenöffnungszeiten, im Tee Pavillion
Ein kleiner, enger, im Hinterhof versteckter "Hexenhäuschen" Teeladen, der neben Tees aus aller Welt auch Unmengen an gesundem Süßkram, Kannen, Tassen, Teedosen, Räucherware und sonstigem im Angebot hat.
Schmuck gibt es natürlich auch in Heidelberg.
Wer hätte es gedacht.
Besonders hervorzuheben, sei hier das "Nativo".
Klein, fein, kreativ, abwechslungsreich, sehr indianisch mit echt guter (und vor allem ehrlicher) Beratung.
Preismäßig nicht grade billig, aber "Billiges" wird da auch nicht verkauft.
Bleibt zum Abschluss noch zu erwähnen:
Die Neckarwiese!
Hier wird den ganzen Sommer über gelernt, gefeiert, diskutiert, gesonnt und das Leben genossen.
Abspannen pur, mehr fällt mir dazu nicht ein.
Ein schöner Abschluss für einen Besuch in Heidelberg.
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