Eine wunderschöne gemütliche Studentenstadt findet man beim Besuch von Marburg in Hessen vor.
Insgesamt hat Marburg etwa 85.000 Einwohner, von denen etwa ein Drittel in der Innenstadt lebt.
Etwa ein Viertel der Bevölkerung studiert oder hat irgendwie beruflich mit der Universität zu tun.

Marburg kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.
Die Anfänge der Marburger Burg reichen auf das 9./10.Jahrhundert zurück.
Die Universität ist etwa ab dem 16. Jahrhundert vor allem im Fachbereich evangelische Theologie von einiger Bedeutung.
Besonders imposant sind die Räumlichkeiten, in denen die Theologen ihr Handwerk erlernen. Sie sind im neugotischen Stil erbaut und würden jeder Magierakademie zur Ehre gereichen.

Marburgs Zentrum - bestehend aus Ober- und Unterstadt - ist direkt an einen recht steilen Berghang gebaut und wurde daher von Bombardierungen während des zweiten Weltkrieges völlig verschont.
Diese besondere bauliche Lage hat dazu geführt, dass die Stadtfläche mehr vertikalen als horizontalen Raum einnimmt. Freunde von Terry Pratchett werden das bestimmt verstehen, sind die Gegebenheiten in seinem Königreich Lancre doch ähnlich beschrieben.

Wer die Oberstadt erreichen möchte, kann entweder zahllose Treppen steigen oder einen der "Oberstadtaufzüge" benutzen.
Nutzt man diese moderne Technik, erlebt man einen verblüffenden Effekt:
Die Türen öffnen sich und man ist plötzlich in einer Stadt, die aus einer Fantasygeschichte oder einem Märchen entstammen könnte.
Kleine Gässchen mit Fachwerkhäusern bestimmen das Stadtbild und man fühlt sich unweigerlich in der Zeit zurückversetzt.

Zum Bummeln laden viele kleine Geschäfte ein. Für das leibliche Wohl sorgen zahlreiche Bistros und Kneipen mit durchaus zivilen Preisen.

Es lohnt sich auf jeden Fall zum Schloss hinauf zu gehen. Der angrenzende Park ist einen Spaziergang wert.

Sehenswert sind weiterhin die Elisabethkirche, die Aula der alte Universität und die Schlosskasematten.
Außerdem gibt es eine Vielzahl an Museen, die besucht werden wollen.

In der näheren Umgebung lohnt sich ein Abstecher zur Amöneburg. Man hat von dort einen wunderschönen Blick über die Landschaft. Vor allem Nachts bietet sich ein Panorama aus verstreuten Lichtern. Da man ein kleines Stück durch den Wald gehen muss, sollte man nachts auf jeden Fall eine Taschenlampe mitnehmen.

Für die schwarze Szene gibt es in Marburg ebenfalls Veranstaltungen, die in den dortigen Terminblättern vermerkt sind.
Über die Qualität der Veranstaltungen können wir an dieser Stelle leider nichts aussagen.

Als Jahreszeit für die Reise würden wir Frühjahr oder Sommer empfehlen, da man abends wirklich sehr nett in den Straßencafés hübsche Getränke schlürfen kann.
Außerdem braucht man sich um diese Zeit keine Gedanken darüber machen, wie man heile den Berg rauf und runter kommt.

Rahja hat sich jedenfalls spontan in diese Stadt verliebt und wird auf jeden Fall noch einmal dorthin fahren.

   
An der Amöneburg


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